Handys unter Wasser – Aber wie?

Lese-Zeit ca. 17 Minuten

Wir haben sieben aktuelle Gehäuse für Smartphones getestet. Es gibt riesige Unterschiede. Das eine »Beste« gibt es nicht. Dafür ist für jedes Budget etwas dabei.

Handys unter Wasser

Handys unter Wasser – Aber wie? 

Der Markt entwickelt sich rasend schnell. Während diese Zeilen entstehen, kommen weitere Handycases raus. So zum Beispiel das »SportDiver« von Sealife. Für das Produkt »Diveroid« läuft seit einiger Zeit eine vielversprechende Crowd-Funding-Kampagne. Doch nun zu unserem Test. Über vier Monate hinweg haben wir in über 70 Tauchgängen im Meer, im See und im Pool die Fähigkeiten der sieben Gehäuse mit der aktuell größten Verbreitung gecheckt und uns Feedback von Nutzern geholt. Die Preisspanne erstreckt sich von sehr günstig bis teuer.

Einige Produkte sind universell, einige beschränken sich auf bestimmte Telefonmodelle. Wir haben für unsere Tests immer dasselbe Smartphone, ein iPhone 11 Pro, benutzt. So sollte eine gewisse Vergleichbarkeit erhalten bleiben, auch wenn man bei den großen preislichen Unterschieden nicht anfangen darf, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Ausstattung orientiert sich an der Zielgruppe und variiert mitunter stark. Grundsätzlich gibt es zur Zeit drei Technologien (zwei davon benötigen eine App, die heruntergeladen werden muss): Technologie eins ist eine Verbindung zwischen Telefon und Gehäuse via Bluetooth. Geräte, die diese Funktion nutzen, sind: sämtliche EasyDive-Produkte, das Kraken Smart Housing Pro, das Weefine Smart Housing Pro und das Seafrogs-Gehäuse.

Die zweite Option ist nur im Nimar Xpoov-Gehäuse zu finden. Hier wird auch eine App geladen, aber keine Bluetooth-Verbindung hergestellt. Die Tasten des Gehäuses bedienen mechanisch den Touchscreen des Telefons. Die App setzt virtuelle Tasten auf das Display. Die letzte Art kommt ganz ohne App aus. Das Gehäuse Seatouch 3 Pro von DiveVolk besitzt eine Folie, die mit einem Gel gefüllt ist. Sie überträgt das Touch-Signal an das Display, was viele Vorteile birgt.

DiveVolk – Seatouch 3 Pro

Beim ersten Anblick wirkt es wie Spielzeug. »Das soll bis auf 80 Meter Tiefe tauchen?« frage ich mich. Auf 80 Metern waren wir damit nicht, aber mehrmals auf 40 Metern,  und das völlig problemlos. Das harte Kunststoffgehäuse ist sehr leicht, angenehm auf Reisen. Größter Pluspunkt: Der Touchscreen bleibt benutzbar. Nicht auf  eine App oder eine Bluetooth-Verbindung angewiesen zu sein, ist wunderbar.

So kann man seine eigenen Fotoanwendungen nutzen und zum Beispiel in RAW fotografieren, was enorme Vorteile bringt. Selbst mit dicken Handschuhen (fünf Millimeter Neopren) funktioniert die Touchscreen-Technologie. Die Bedienung der mit Gel gefüllten Folie klappt unter Wasser mit etwas Druck besser als über Wasser.

Das Telefon wird in einen Plastikrahmen für das entsprechende Modell gelegt, dieser wird dann von der Seite in das Gehäuse geschoben. Mit zwei Schrauben wird die kleine Tür fest verschlossen. Die einzelne Dichtung wirkt ebenfalls etwas spielzeughaft. Da sie aber im Vergleich zu den anderen Gehäusen eine wesentlich kleinere Oberfläche besitzt, ist die Gefahr einer Undichtigkeit kleiner – bei sauberer Dichtung!

Ersatz gibt es im Lieferumfang. Zwei Minuspunkte erhält das sonst sehr überzeugende Produkt. Erstens gibt es kein Vakuumventil, auch nicht optional. Und zweitens muss der Display-Schutz des Telefons unbedingt jedesmal vorher entfernt werden, sonst klemmt das Telefon in der Hülle, und das Touch-Signal wird schlechter. Zubehör wie Vorsatzlinsen gibt es. Sie müssen jedoch lose oder direkt montiert mit unter Wasser genommen werden. Hier wäre eine Klapplösung an der Halterung super. Die Halterung, auf der die Zusätze montiert werden, ist einfach einzustellen. Sie muss fest angezogen werden, damit sie nicht verrutscht.

Das weiße Gummi ist die Dichtung. Sie wird als Ersatz mitgeliefert. Optional gibt es verschiedene Linsen und Rotfilter. Weitwinkel funktionierte gut, Makroaufnahmen waren ebenfalls möglich. Beispielfotos auf: tauchen.de

* Huawei

Fazit: Eine tolle Innovation, die funktioniert. Leicht auf Reisen und für alle Wassersportarten nutzbar. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Am Rand ist der Touchscreen gelegentlich träge. Die winzigen Bläschen im Gel stören nicht.

→ Weiter zur Seite 2: “Easy Dive Gehäuse”

Easy Dive Gehäuse

Easy Dive – DiveShot

Mit dem DiveShot bietet Easy Dive eine kostengünstigere Variante seines »großen« Gehäuses, dem Leo Smart3, an. Großer Pluspunkt: Es ist ein universelles Gehäuse für nahezu alle iOS- und Android-Geräte. Mit gut über einem Kilogramm Gewicht  wirkt es zwar wuchtig, aber auch sehr robust. Es ist bis 60 Meter Tiefe einsatzbereit. Das Telefon wird im Gehäuse durch eine Greifvorrichtung fixiert. Es verrutscht darin selbst bei stärkeren Erschütterungen nicht. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, unter Wasser noch etwas besser durch seinen nur leichten Abtrieb. Kugelköpfe können direkt auf dem Gehäuse montiert werden.

Dadurch benötigt man keine zusätzliche Schiene oder ähnliches, um Licht zu installieren. Einzigartig sind die optischen Tasten. Sie reagieren auf kurze Verdunkelung. So wird auf eine Durchführung durch das Gehäuse verzichtet. Die Tasten reagieren gut, wenngleich uns etwas das Feedback gefehlt hat, ob der »Tastendruck« wirklich erfolgt ist. Der Akku, der die Tasten und das Bluetooth-Modul mit Strom versorgt, wird per USB-Kabel geladen. Eine LED zeigt den Ladezustand an.

Für die Benutzung des DiveShots muss eine entsprechende Anwendung heruntergeladen werden. Diese funktionierte recht zuverlässig. Bei einem von fünf Tauchgängen verrannte sie sich leider so, dass eine Benutzung erst nach dem Tauchgang wieder möglich war. Die App ist ansonsten gut zu bedienen. Flink erfolgt der Wechsel zwischen Foto- und Videomodus. Bei Fotosituationen mit Gegenlicht sah man leider in bestimmten Winkeln Reflexionen in der Scheibe des Gehäuses.

Zwei dicke Dichtringe verhindern Wassereinbruch. Sie können gut entfernt, gereinigt und gefettet werden. Die Innenmaße und die Telefonklammer sind für viele verschiedene Telefongrößen ausgelegt. Die optischen Tasten sind anfangs gewöhnungsbedürftig. Ihr Stromverbrauch ist gering. Etwa zehn Stunden hielt der Akku für sie und das Bluetooth-Modul durch.

Fazit: Dieses relativ schwere Gehäuse liegt im mittleren bis höheren Preissegment. Es ist sehr hochwertig verarbeitet. Gefertigt aus einem Aluminiumblock, ist es sehr stabil. Für Flugreisen eignet sich das DiveShot nur bedingt. Es gibt leichtere Optionen. Die Fotoqualität ist gut, wenn das Telefon es zulässt. Vor Gegenlichtsituationen muss man sich hüten und darauf achten, dass die Gehäusescheibe nicht verkratzt.


Easy Dive – Leo Smart3

Der italienische Hersteller EasyDive setzte als erster auf drahtlose Technologien bei der Vernetzung von Tauchgehäusen und elektronischen Geräten. Inhaber Fabio Di Bienvenutti und seine Ingenieure sind sehr kreativ und haben für einige Innovationen gesorgt.

Das Leo Smart3 exisitiert schon eine Weile am Markt. Es ist das teuerste Gerät unserer Testreihe. Was bietet es? Es ist äußerst robust und zuverlässig, was in einer lebenslangen Garantie mündet. Es ist für technische Taucher interessant, da es auf Tiefen bis 150 Meter mitgenommen werden kann.

Zwei Dichtringe und zwei robuste Edelstahlschließen sorgen dafür, dass es dicht ist. Eine große Powerbank (7800 Milliampère) findet in dem Gehäuse Platz – ein Zusatzakku von riesigem Ausmaß. Der versorgt nicht nur das Telefon, sondern auch die Bluetooth-Schnittstelle. Das Gehäuse kann mit einem Vakuumsystem aufgerüstet werden. So ist bereits vor dem Tauchen klar, ob das Case dicht ist.

Sowohl iOS- als auch Android-Telefon können damit benutzt werden. Auf dem Gehäuse sind Kugelköpfe für die Fixierung von Beleuchtungssystemen. Es gibt viel Zubehör. Nachhaltig ist, dass man beim Kauf eines neuen Telefons das Gehäuse behalten kann und nur die Schale im Inneren des Gehäuses ersetzen muss. Diese liegt preislich bei 72,95 Euro. So eine Möglichkeit relativiert den Preis.

Als Vollausstatter im Fotosegement bietet EasyDive mit Abstand das meiste Zubehör. Lampen, Arme, Klemmen, Vakuumsystem und vieles mehr. Die Powerbank sitzt sicher im Gehäuse. Zum Laden kann sie drinnen bleiben oder herausgenommen werden. Selbst bei langen Tauchgängen ist mit ihr für Energie gesorgt.

Fazit: Keine Frage, es ist sehr robust. Bei diesen massiven Abmessungen und bei dem hohen Gewicht ist es jedoch für Urlaubstaucher, die mal schnell auf Reisen ein paar Bilder mit ihrem Handy unter Wasser machen möchte, nicht geeignet. Die Bedienung des rückseitigen Tastenfelds ist mit großen Händen nur durch ein leichtes Umgreifen zu bewerkstelligen, was bei unserem Test kein haptisches Vergnügen war. Die App-Bedienung war zuverlässig, das Verbinden einfach, auch wenn das Introvideo nur einmal schön anzusehen ist und beim zweiten Mal dann doch ein wenig überflüssig erscheint.

← Zurück     → Weiter zur Seite 3: “Kraken Sports & Nimar”

Kraken & Nimar

Kraken Sports – Smart Housing Pro

Derzeit eines der meistverkauften Smartphone-Gehäuse zum Tauchen. Es passen viele Telefone hinein, wenn auch nicht alle. Das Samsung Note 9 passt zum Beispiel nicht. Das liegt an den Abmessungen. Bitte beachten Sie millimetergenau die Maße! Von der Box gibt es zwei Versionen: eine normale und eine Pro-Version. In der Pro-Version bekommt man einen Druck- und Temperatursensor. So erhält man eine Kamera mit Tauchgangsdaten. Die Kamera kann entweder mit der Kraken Sports-App oder mit der App Dive+ verbunden werden.

Wichtig: nie das Telefon mit dem Gehäuse verbinden! Das kann und will die App alleine machen. In der Pro-Version gibt es das Vakuumsystem serienmäßig. Mit einer kleinen mitgelieferten Pumpe kann dem Gehäuse vor dem Tauchen Luft entzogen werden. Undichtigkeiten werden so vorher durch einen LED-Alarm sichtbar. Insgesamt macht das Aluminium-Gehäuse einen sehr soliden Eindruck. Haptisch liegt es gut in der Hand. Empfehlenswert ist die Schiene mit Handgriff. So lässt es sich noch ruhiger und entspannter halten. Hierdurch erhält man einen Fixpunkt für eine sehr wichtige Sache: das Licht. Die Kameras unserer Smartphones sind über Wasser mittlerweile toll.

Unter Wasser aber brauchen sie Licht. Für das Kraken Sports Smartphone Housing Pro gibt es einiges an Zusatzlinsen. Deren Halterung wird mit zwei Schrauben vor die Scheibe des Gehäuses geschraubt. Weitwinkel- und Makrolinsen können dort angebracht werden. Der Weitwinkelvorsatz brachte in Sachen Randunschärfen deutlich bessere Ergebnisse als die eingebaute Weitwinkelkamera des iPhone 11 Pro. Kein Wunder, die Krakenlinse ist für das Wasser optimiert. Wichtig ist, die richtige Linse am Telefon dafür zu wählen und die Halterung am Gehäuse richtig darauf einzustellen.

Der Schließmechanismus hat Kraft und wirkt verlässlich. Der Weitwinkeldome ist teuer, aber von guter Qualität.

Fazit: Das Kraken Sport-Gehäuse wird seinem Ruf gerecht. Seine Dichtung, sein Verschluss, das Vakuumsystem und massives Aluminium geben Sicherheit. Die App liefert gute Fotos, und man erhält Tauchgangsdaten. Ein Knopf innen zum Ein- und Ausschalten wäre gut, da es uns zweimal beim Test die Batterien komplett leer gesaugt hat.

Wir bedanken uns beim Fotoshop Marlin für die freundliche Unterstützung durch die Leihgabe des Geräts.Weitere Infos: www.marlin.de


Nimar – Universal Smartphone Housing

Dieses kompakte Gehäuse ist eine Neuheit aus Italien. Es wird zwar mit einer App bedient, aber nicht per Bluetooth, sondern mechanisch über das Touchscreen. Die vier Knöpfe des Gehäuses werden vom Touchdisplay des Telefons wahrgenommen. Es ist bis 40 Meter Tiefe dicht, was es während unserer Tests gleich dreimal beweisen musste. Positiv ist das vorhandene Vakuumsystem. Die Pumpe ist im Lieferumfang mit dabei. Entzieht man dem Gehäuse die Luft, und besteht das Vakuum, blinkt eine LED blau.

Wird das Vakuum wegen Undichtigkeiten verloren, blinkt die LED rot. Soweit die Theorie. In der Praxis kam es leider häufiger dazu, dass die LED umsprang, obwohl das Vakuum noch da war. Und zwar jedes Mal, wenn man eine Taste bedient hat, sprang die LED kurz auf rot. Das irritierte etwas, tat der eigentlichen Funktion aber keinen Abbruch. Was man für das Gehäuse benötigt, sind zwei AAA-Batterien. Wie auch beim Kraken Sports- und Weefine-Gehäuse, fängt das Gehäuse sofort an zu arbeiten, nachdem die Batterien eingesetzt wurden.

Das könnte mit einem einfachen Ein- und Ausschalter gelöst werden. So sind nicht ständig die Batterien leer. Das Telefon wird mit einer doppelseitigen Klebefolie im Gehäuse fixiert. Anfangs machte das keinen sehr soliden Eindruck. Lässt man jedoch entgegen der Hersteller-Empfehlung den Display-Schutz auf dem Telefon, ist kein Spiel mehr da, und das Smartphone ist wackelfrei im Gehäuse.

Die App kann alles, was man benötigt, außer RAW-Aufnahmen. Foto- und Videomodus sind schnell gewechselt. Noch während unseres Tests kam ein Update heraus, damit man zwischen den verschiedenen Kameras seines Telefons wechseln kann. Eine Halterung und einen Rotfilter kann man optional für 60 Euro kaufen. Kleiner Wermutstropfen: Für den qualitativ guten Rotfilter gibt es keine Tasche zum Tauchen, man muss ihn irgendwo verstauen.

Eine Schiene mit Handgriff und Licht kann in den Gewinden am Boden des Gehäuses verschraubt werden. Die Halterung für den Rotfilter ist etwas fummelig aufzuschrauben. Das Vakuumsystem ist serienmäßig – und das bei diesem günstigen Preis!

Fazit: Für 130 Euro bekommt man hier viel für sein Geld. Okay, das Gehäuse ist aus Kunststoff, der Verschluss ebenfalls, und der Silikon-Dichtungsring ist nicht wirklich einfach zu entfernen und zu warten. Aber die Bedienung und die App sind für diesen Preis wirklich fair gelöst.

← Zurück     → Weiter zur Seite 4: “SeaFrogs & Weefine”

SeaFrogs & Weefine

Seafrogs – Gehäuse für iPhone 11 / Pro / Pro Max

Seafrogs setzt auf die gleiche Technologie wie Kraken Sports, Weefine und EasyDive. Der Unterschied: Die Seafrogs Box ist komplett aus Kunststoff – leichter und günstiger, aber weniger schick. Haptik und Bedienbarkeit sind gut. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war auch die Bedienung aller Knöpfe machbar. Einige liegen nicht auf der Rückseite, sondern oben auf dem Gehäuse.

Daran mussten wir uns gewöhnen. Das Telefon wird mit einem Rahmen im Gehäuse fixiert. Er muss für das entsprechende iPhone-Modell konzipiert sein. Zusätzlich soll man einen magnetischen Aufkleber auf das Telefon kleben, der dann von einem Magneten im Gehäuse festgehalten wird.

Schön in der Theorie. In der Praxis hat das genau einen Tauchgang gehalten. Danach haben wir nur noch den Plastikrahmen verwendet, was völlig ausreicht. Zwei AAA-Batterien versorgen dieses Gehäuse mit Strom.

Positiv: Es gibt den Ein- und Ausschalter, auf den die meisten anderen Hersteller verzichtet haben. Der Rotfilter ist mit einem Klappmechanismus im Gehäuse verbaut. Für optionale Vorsätze benötigt man keine externen Halterungen. Es gibt ein Gewinde direkt am Gehäuse vor den Linsen. Der Weitwinkelvorsatz aus Kunststoff kann direkt aufgeschraubt werden.

Er ist für das iPhone 11 Pro mit seiner Weitwinkelkamera nicht notwendig und erzielt keine besseren Ergebnisse. Ein Vakuumsystem ist optional. Es ist nicht an die Stromversorgung des Gehäuses angekoppelt. Die App ist nicht immer verständlich, da es uns nicht gelang, die chinesischen Schriftzeichen mindestens durch englische zu ersetzen. Einmal setzte die App beim Tauchen einfach aus.

Da sich die Knöpfe und ihre Bezeichnung auf der Oberseite befinden, muss man erst mal oben schauen, welcher Knopf welche Funktion hat. 

Das automatisiert sich nach einer Zeit. Praktisch ist es aber trotzdem nicht. Der Rotfilter bewirkt viel. Da er direkt im Gehäuse ist und bei Bedarf vor die Linse geklappt werden kann, ist das für die Foto- und Videoqualität ein großer Pluspunkt. Andere Hersteller bieten auch Rotfilter. Diese sind aber extern.

Fazit: Der günstige Preis, der große Lieferumfang (Ersatz O-Ring, Fett, Silikat, Armschlaufe) stehen auf der Haben-Seite für das Seafrogs-

Gehäuse. Eine App, die zuverlässiger sein könnte, und mangelnde Universalität stehen auf der Soll-Seite.

Wir bedanken uns beim Fotoshop Fotografit für die freundliche Unterstützung durch die Leihgabe des Geräts. Weitere Infos: www.fotografit.eu


Weefine – Smart Housing Pro

Baugleich wie das Kraken Sports-Gehäuse ist die Schutzbox von Weefine. Die Spezifikationen sind identisch, außer dass das Weefine-Gehäuse ausschließlich mit der Dive+-App bedient werden kann. Der Vorteil dieser App liegt in der exzellenten Farbbearbeitung der Fotos. Man kann hier unter Wasser geschossene Bilder schnell und ohne sie auf einen größeren Rechner laden zu müssen, nachbearbeiten, teilen oder anderweitig verwenden.

Die Verarbeitung des Gehäuses ist genauso gut wie die von Kraken Sports, schließlich kommen die Geräte aus derselben Fabrik. Ähnliche kleine Mankos teilen sie daher auch. Die Bezeichnungen der rückseitigen Knöpfe sind lediglich aufgeklebt. Wir durften die beiden Gehäuse über drei Monate lang testen. Die Kleber haben während der Zeit gehalten, egal ob im Süß- oder Salzwasser.

Wie lange, ist aber fraglich, denn einer fing gegen Ende des Testzeitraums bereits an, locker zu werden. Die kleinen Knöpfchen auf der Rückseite sind die einzige kleine Schwachstelle. Sie sind sowohl beim Weefine-Gehäuse als auch bei dem von Kraken Sports mit dicken Fünf-Millimeter-Handschuhen nicht leicht zu treffen.

Der Lieferumfang ist für den Preis gut. So gibt es das Vakuumsystem (installiert, mit zwei Ersatz-O-Ringen) mit Pumpe, eine Hardcover Box, einen Ersatz-O-Ring für die Gehäusetür, ein Werkzeug zum Entfernen des O-Rings, ein Mikrofasertuch und eine Handschlaufe. Weefine bietet eine große Menge an optionalem Zubehör wie Makrolinsen, Weitwinkellinsen, Lampen, Armsystem und Schienen. Da Kraken Sport und Weefine hier zusammenarbeiten, bekommt man bei den beiden Herstellern sicher noch lange Unterstützung.

Die Klemme, die das Telefon innen fixiert, ist stufenlos verstellbar. Dadurch passt eine Vielzahl an Modellen in das Smart Housing Pro. Es gibt eine günstigere Variante ohne Drucksensor und Vakuumsystem.

Fazit: Wie das Kraken Sports-Gehäuse, kann man auch das Smart Housing Pro von Weefine sehr empfehlen. Das leichteste Gehäuse ist es nicht, dafür aus Voll-Alu. Die Tauchinformationen beim Fotografieren sind schick, ersetzen jedoch noch nicht einen vollwertigen Tauchcomputer.

Wir bedanken uns beim Fotoshop Hydronalin für die freundliche Unterstützung durch die Leihgabe des Geräts. Weitere Infos: www.hydronalin.eu

← Zurück 

T & F  Benjamin Schulze